DerBlödeDritteMittwoch #81
19.12.2018, 20h30 @ rhiz Wien
U-Bahnbogen 37-38 / Lerchenfeldergürtel, 1080 Vienna, Austria

Dario Fariello & Stefan Voglsinger (I/A) [konzert]
Kinga Tóth (H): Stage Fright / Mariamaschine [performance/visual poetry]
Ahoo Maher & Christina Ruf (IR/A) [performance]


Dario Fariello & Stefan Voglsinger
#konzert

Im Duo Fariello/Voglsinger tritt das Saxophon in einen Dialog mit sich selbst. Töne und Geräusche des Saxophonisten werden Live aufgenommen und fragmentiert wiedergegeben. Gespeist von den akustischen Klängen entstehen ambientale Klangwelten auf die der Instrumentalist wie auf sein eigenes elektronisches Echo spontan reagiert.
Nach 8 Jahren der Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten in Europa forscht das Duo an den klanglichen Möglichkeiten von Sampling und verschiedenen Live-Elektronik-Interventionen.
Jedes Konzert nimmt direkten Bezug auf den Raum und das Publikum – durch die Verräumlichung der Klänge und theatralische Aktionen wird immer wieder aufs Neue der traditionelle Aufbau eines Konzerts erweitert.

https://setzkasten.bandcamp.com/album/fariello-voglsinger-kastenkonzert-1


Kinga Tóth: Stage Fright / Mariamaschine (Frauengebete im XXI. Jahrhundert)
#performance #visual #poetry #sound #prayer #feminist #holiness

Die Mariamaschine Gebetarbeit erforscht die traditionellen Gebete und das Leben der heiligen, seligen Frauen und erhebt sie gleichzeitig ins XXI. Jahrhundert. Was können Frauen heute von diesen Bibelfrauen lernen, was für Verhaltensmuster stellen diese Figuren dar, welche Rolle hatten sie in der damaligen Gesellschaft und wie konnten sie ihren Willen und ihre Position geltend machen? Über das Studium heilig lebender Frauen (vor allem der Heiligen Maria) und ihrer Lebensläufe sucht Kinga Tóth Parallelen und Bezüge; die neu entstehenden Gebete der Mariamaschine sind aber Gebete der Gegenwartsfrauen, die in ihrem Leben ähnlichen Problemen der Gesellschaft, Gewalt, Unterdrückung, Macht ins Auge schauen. Im heutigen Ungarn werden Frauen im Allgemeinen oft noch immer als Naturgeschöpfe (Naturwesen oder Naturelemente) betrachtet, als “Kelche”, kollektive Gebärmütter, und zugleich als etwas, das in das intellektuelle Leben nicht wirklich passt. In seinem Neujahrsrede 2017 hat der Ministerpräsidenten Ungarns seine Erwartung an Frauen klar geäußert: sie sollten sich in erster Linie auf die Verwirklichung ihrer biologischen Funktion, als Mütter, also “Kinderschaffer”, “Kelche” konzentrieren und ihre Aufgabe als Familien- und Heimgründer erfüllen. Diese Gebete sind Weg- und Antwortsuchen für die Änderung der gesellschaftlichen Frauenrollen. Zu diesen Wegsuchen gehören neben der textuellen Ebene auch audiovisuelle Performances: Kinga Tóth hat die traditionelle Gebetform in visuellen und Klangarbeiten be- und überarbeitet und versucht das Thema mit Haushaltsgegenständen, Devotionalien (object of piety), Putzmaterialien, Küchen- und anderen Ausrüstungen zu umreißen.

Kinga Tóth ist Sprachwissenschaftlerin, (Klang-)Poet-Illustratorin und Kulturmanagerin. Ihre Texte inszeniert sie mit Performances und Installationen. Zu ihren Publikationen zählen Gedichtbände (auf Ungarisch, Deutsch und Englisch) mit Illustrationen: ZSÚR, ALL MACHINE/Allmaschine (Akademie Schloss Solitude, Magvető), Wir bauen eine Stadt (parasitenpresse), Village 0-24 (Melting Books), Mondgesichter (Magvető, 2017) Flugschrift-Sprachbau (2018) Zur Zeit ist sie die Stadtschreiberin in Graz und arbeitet and neuen Text-Klangprojekten. www.tothkinga.blogspot.dehttp://www.lcb.de/gaeste/


Maher Ruf Duo: MOIRE
Ahoo Maher – cello | Christina Ruf – cello
#konzert

The two young artists Ahoo Maher and Christina Ruf have been active as a cello duo in the field of free improvised music and performance since 2014. In their lates performance Moiré sound and visuals are combined through playing the cellos with bows onto which paintbrushes are attached, thus creating an image directly on the bodies of the cellos, and transforming the musical gestures into brush strokes. Reaching an equality between the two, in the moment emerging and existing arts, is the main focus of their performance.

Ahoo Maher und Christina Ruf bilden seit vier Jahren ein Cello Duo, das sich mit freier Improvisation und Performance auseinandersetzt. Ihre aktuelle Performance Moiré zeigt die Gleichzeitigkeit des improvisatorischen Cellospiels und das Malen auf dem Cellokorpus anhand speziell mit Pinsel beklebten Bögen. Eine Gleichheit zwischen den beiden im Moment existierenden Künsten zu erlangen steht hierbei im Fokus ihrer Zusammenarbeit.

Performance: https://www.youtube.com/watch?v=FBUQJsXICy8
http://ahoomaher.tumblr.com/
http://www.christinaruf.com

Ahoo Maher 1990/ Visual Artist and Cellist. Studied at the Academy of fine Art Vienna. Three solo exhibitions in Austria and Iran, participated in several group exhibitions. Working as a Curator in Public Domain Porgy&Bess. Performed as a Cellist with different experimental and contemporary ensembles in Europe.

Christina Ruf is an experimental cellist from Vienna, Austria. Her music is a result of the use of alternative playing techniques and preparations of the cello and electric cello constantly attempting to move further and further away from the cliches associated with her instrument, and the role that it has taken on in modern contemporary music.

Ahoo Maher 1990/ Bildende Künstlerin und Cellistin. Studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien. Drei Einzelausstellungen in Österreich und Iran und teilgenommen an mehreren Gruppenausstellungen. Kuratorin in Public Domain Porgy&Bess, tritt als Cellistin mit mehrere experimentellen und zeitgenössischen Ensembles in Europa auf.

Christina Ruf lebt als experimentelle Cellistin und E-Cellistin mit dem Fokus auf frei improvisierte Musik in Wien. Ihre Musik ist ein Resultat aus dem konstanten Experimentieren mit alternativen Spieltechniken am Cello, sich immer weiter weg bewegend von den mit ihrem Instrument verbundenen Klischees.

Foto: Amin Ebrahimi