Der Bloede Dritte Mittwoch #151

Speichermusik

04.10.2025, 18:00 23:59

Phonomuseum Wien, Mollardgasse 8/2/16 1060 Wien

IMA

18:30 Phono is a voice // Performative Intervention // Andrea Salzmann & Rozina Pátkai

19:00 Konzert // Marie Vermont

19:45 Phonographen  // Führung // Kurt Krapfenbauer

20:10 Multidimensionale Geschichten // Konzert // Philip Leitner

20:45 Live Präsentation: Plapper-la-papp // Dauerhaft interaktiven Installation // Paul Gründorfer

21:00 Historische Nachrichtentechnik // Führung // Kurt Krapfenbauer

21:30 7 Haikus für einen Plattenspieler  // Performance // Yann Leguay

22:15 Tagadà  // Konzert // JD Zazie

Part of ORF – Lange Nacht der Museen, in collaboration with

Phonomuseum Wien and IMA Institut für Medienarchäologie

© Phonomuseum Wien

Programmmm:

Phono is a voice © Andrea Salzmann

18:30 Phono is a voice // Performative Intervention // Andrea Salzmann & Rozina Pátkai

Andrea Salzmann and Rozina Pátkai explore the only surviving voice recording of Nobel Peace Prize laureate Bertha von Suttner, captured on a wax cylinder in 1904 and rediscovered in 2012. The distorted and fragile fragment resonates both as a sonic artifact and a conceptual foundation. By activating this source from the past through the electronic waves of radio, the performers search for traces of sound that still carry urgency. The call from Bertha von Suttner’s bestselling book Die Waffen nieder! has lost none of its relevance. Political echoes from the book and her speeches re-emerge as acoustic memory, interwoven with today’s news and fragments of poetic texts.

https://salzmann.klingt.org                             

https://www.instagram.com/andrea_salzmann/

https://www.rozinapatkai.com   
https://www.instagram.com/rozinapatkai

19:00 Konzert // Marie Vermont

Marie Vermont © Hannah Mayr

Marie Vermont kombiniert elektronische, nicht programmierbare analoge Geräte mit Kassetten und Tonband, Elektroakustik, Kabeln und Mischpulten im Kontext der Improvisation. Sie arbeitet häufig mit visuellen Transkriptionen von Geräuschen und Fieldrecordings und verwendet diese grafische Partituren für die spätere Produktion. Die Verwendung von Kassetten,Tonbändern und Mischpulten ist ein wichtiger Teil bei Live- Performances sowie für Kompositionen und Kommunikation zwischen den Instrumenten. Die Kassette als Medium zur Aufnahme und Vervielfältigung von Musik ist eine Konstante in der Arbeit von Marie Vermont, auch als Improvisationsmethode, um andere gängige Geräte zu umgehen.

https://marievermont.world/sound.html

https://www.instagram.com/marievermont666/?hl=en

 

19:45 Phonographen  // Führung // Kurt Krapfenbauer

©Phonomuseum Wien

 

20:10 Multidimensionale Geschichten // Konzert // Philip Leitner

© Pi Leitner

Für die lange Nacht der Museen im Phonomuseum erarbeitet Philip Leitner ein Musikstück, das die historischen Klangspeicher im Museum den Möglichkeiten des Live – Samplings gegenüberstellt. Sein selbst entwickeltes und programmiertes Instrumentarium erlaubt ihm vielfältige Manipulationen von Klangmaterial in Echtzeit – eine klanglich eindrucksvolle Fortführung des experimentellen musikalischen Einsatzes von Tonträgern.

http://kunstradio.at/BIOS/leitner.html

 

20:45 Live Präsentation: Plapper-la-papp // Dauerhaft interaktiven Installation // Paul Gründorfer

still image from the EMI Trust Archive ‚Nipper runs Amok!‘ for a Mutoscope documentation for The Gramophone Company / https://www.youtube.com/watch?v=XNlkMsBh6I4

commissioned by ‚der blöde dritte Mittwoch‘ for Phonomuseum Wien; ‚talking machine‘, generative system, raspberry-pi, pd, loudspeaker, Hexentrichter

Plapper-la-papp ist eine onomatopetische Hommage an den Phonograph, die ersten Automaten für die Stimm- und Klangaufzeichnung.

Die Phonographen aus der Sammlung des Phonomuseums Wien wurden als Startpunkt aufgegriffen, um den Prozessen des Aufnehmens und Abspielens und der Wiedergabe vokaler Fragmente nachzugehen. Die Arbeit untersucht wie Signale im Raum des digitalen soundprocessings manipuliert und im real akustischen Raum wieder zu wahrnehmbaren Ereignissen werden.

Plapper-la-papp ist ein aufmerksamkeitserregender Automat, der Stimmfragmente, oder ‚wesentliche‘ Klanginformationen verarbeitet, erzeugt und gelegentlich ein unterhaltendes Eigenleben entwickelt. Inmitten der Phonographen Sammlung, will er nicht primär als Unruhestifter auftreten, sondern versucht ähnlich den ersten Modellen Sprachfragmente und wesentliche Informationen wiederzugeben um so mit den BesucherInnen in Interaktion zu treten.

Weitere Hintergrunddetails und fun-facts:

‚plappern‘ (auch kanonisches Lallen genannt) sind erste Lautäußerungen, die Kleinkinder während des Spracherwerbs in der so genannten Lallphase von sich geben.’plappern‘ bedeutet im Deutschen ohne besonderen Tiefgang zu reden, oft schnell und ohne nachzudenken, oder auch kindlich zu lallen. Es kann sowohl positiv als auch negativ konnotiert sein, je nachdem, ob es Freude am Reden oder leeres Gerede ausdrückt. Die Erzeugung der motorischen Muster wird durch Imitation und positive Rückkopplung verstärkt und unterstützt. Die Kleinen probieren eine Vielzahl unterschiedlicher Laute und Lautkombinationen aus und erproben auf diese Weise die Möglichkeiten ihrer Artikulationsorgane. (aus https://de.wikipedia.org/wiki/Kanonisches_Lallen) In manchen Fällen wird ‚plappern‘ abwertend verwendet, um jemanden zu beschreiben, der dummes Zeug redet oder sich nicht klar ausdrückt. 

‚Papperlapapp‘ ist eine Interjektion, die als abweisender Ausruf verwendet wird, um dummes oder unsinniges Geschwätz zurückzuweisen. ‚Papperlapapp‘ erscheint erstmals im Jahr 1880 im Duden und scheint somit in die gleiche Zeitspanne wie die Erfindung des ersten Phonographen 1877 zu fallen. Allerdings scheint die einzige Verbindung zwischen dem Phonograph und einer plappernden Tätigkeit wohl die ersten Versuche Sprachlaute wiederzugeben zu sein.

© Paul Gründorfer

www.tricx.net

 

21:00 Historische Nachrichtentechnik // Führung // Kurt Krapfenbauer

©Phonomuseum Wien

 

21:30 7 Haikus für einen Plattenspieler  // Performance // Yann Leguay

© Yann Leguay

7 Haikus für einen Plattenspieler ist eine Performance, in der ich versuche, die Geschichte meiner Entdeckungen, die ich im Laufe der Jahre bei meiner Arbeit mit Schallplatten gemacht habe, zu verdichten, aber auch die Beziehung, die wir zu Musik und Klang haben, zu verändern, indem ich die Gewohnheit vom konventionellen Konzert hin zu Situationen mit musikalischen Objekten verlagere. Die Performance oszilliert auf subtile und spielerische Weise zwischen alten Techniken und neuen Technologien des Auslesens einer Vinylplatte. 7 Haikus für einen Plattenspieler gliedert sich in 7 verschiedene Teile, die jeweils einen eigenen Titel haben und als Objektgedicht fungieren, in dem die Elemente progressiv angeordnet sind, um nicht ohne einen gewissen Humor eine metaphorische Bedeutung zu schaffen.

  • Baugenehmigung
  • Zaventem wird nicht passieren
  • Ist das System solar?
  • Verkleinerte Realität
  • Ein Versuch, die Rotation der Erde aufzuheben
  • Die Smaragdtafel
  • Die neuen Ruralen

http://www.phonotopy.org/

https://www.instagram.com/phonotopy/?hl=en

 

22:15 Tagadà  // Konzert // JD Zazie

© JD Zazie

Ausgehend von der Installation Disco Rotto, die sich mit verbreiteten festgefahrenen Vorstellungen zur Praxis des experimentellen Turntablism beschäftigt, entwickelt JD Zazie ein Solostück für Turn-tables. Inmitten der technischen Vorfahren werden Plattenspieler noch weiter gefasst, neben den Klängen geht es um stetige Erweiterung der experimentellen Möglichkeiten, von kreisenden Tonträ-gern zu zirkulierenden Vorstellungen.

https://soundcloud.com/jd-zazie

https://www.instagram.com/jd_zazie/?hl=en